1. Reinigung/Pflege/Wasser und Entkalkung


Die in der Kaffeebohne enthaltenen Öle lagern sich in der Siebträgermaschine ab und werden durch den Kontakt mit Hitze ranzig, was den Geschmack deines Kaffees wesentlich beeinflusst. Je dunkler die Röstung, desto mehr Öl tritt aus der Bohne aus. Durch Milchrückstände kann auch die Dampflanze verschmutzen und das Wasser im Wassertank wird bei längerem Nichtgebrauch schleimig. Es ist also wichtig, dass du deine Siebträgermaschine regelmässig reinigst.

Täglich: Siebträger, Sieb, Abtropfschale mit warmem Wasser reinigen, Brühgruppe mit Lappen/Espazzola reinigen

Wöchentlich: Wassertank gründlich mit Frischwasser spülen

Monatlich (oder nach ca. 100 Kaffeebezügen): Brühgruppe mit Entfetter rückspülen, Siebträger/Sieb/Spannfeder in Entfettungsmittel einlegen, Dusche/Brühgruppendichtung entfernen und reinigen

Nach Bedarf: regelmässiges Entkalken (siehe Punkt 1.5)

Die Anleitung zur korrekten Rückspülung findest du in der Betriebsanleitung deiner Siebträgermaschine sowie auch auf dem Reinigungsmittel.

Die Entkalkung von Siebträgermaschinen ist je nach Maschinentyp (Einkreiser/Zweikreiser/Dualboiler) unterschiedlich, weshalb wir keine allgemeingültige Anleitung geben können. Wenn du deine Maschine bei uns gekauft hast, bekommst du Zugang zu unserem Videoportal mit Infos zu Entkalkung und Reinigung, Milch aufschäumen, Kaffeewissen uvm. Du findest die Zugangsdaten inkl. Passwort auf dem QR-Code hinter der Abtropfschale auf deiner Maschine.

Wenn du die Maschine nicht bei uns gekauft hast, empfehlen wir dir, die Infos in der Betriebsanleitung des Herstellers zu beachten. Natürlich kann deine Maschine jederzeit professionell bei uns in der Werkstatt entkalkt werden.

Die Häufigkeit der Entkalkung hängt eng mit der Wasserhärte und der Anzahl Kaffeebezügen zusammen. Die Wasserhärte kannst du einfach mit einem Wasserhärte-Prüfset bestimmen (siehe Punkt 1.7). Nach unserem heutigen Wissensstand empfehlen wir bei einer Wasserhärte von 4–5 °deutschen Härtegraden (°dH) und ca. 4 Espressobezügen pro Tag 1 x pro Jahr eine Entkalkung durchzuführen. Dafür kannst du einen auf natürlichen Säuren basierten Entkalker verwenden.

 

Hinweis: Weisse Kalkspuren im Wassertank sind ein eindeutiges Indiz für zu hartes Wasser! Auch in deinem Wasserkocher kannst du bereits sehen, wie stark kalkhaltig dein Wasser ist.

Wenn die Wasserhärte des verwendeten Wassers höher als 4–5° deutsche Härtegrade (°dH) ist, löst sich im Boiler und dem dazugehörigen Wasserkreislauf Kalk. Dieser verstopft die Wasserleitungen und beschädigt deine Maschine. Zudem kann weiches Wasser deutlich mehr Aromastoffe aufnehmen. Für einen guten Geschmack deines Espressos und für eine gleichzeitig möglichst geringe Schädigung deiner Siebträgermaschine durch Kalk, empfehlen wir eine Wasserhärte von 4–5 °dH und einer Karbonathärte von 2–4 °dH.

Hinweis: Da allfällige Beschädigungen durch Kalk nicht unter die Garantieleistung fallen, sollte die Wasserqualität unbedingt überprüft werden (siehe Punkt 1.7).

Hier kannst du deine Postleitzahl eingeben und einen ersten Anhaltspunkt über deine Wasserhärte erhalten.

 

Achtung: Die Angabe wird in französischen Härtegraden (°fH) gemacht, während wir in unseren Angaben immer die Einheit deutsche Härtegrade (°dH) verwenden.

 

Das lässt sich ganz einfach umrechnen:

Ausgangshärte x °fH : Faktor 1,785 = y °dH 

 

Um dann die passende Wasserhärte mittels einem Filtersystem (siehe Punkt 1.8) zu ermitteln, ist ein Wasserhärte-Prüfset hilfreich.

 

Vorgehen: Messe dein Hahnenwasser vor dem Filtern, damit du später Vergleichswerte hast. Filtere dann dein Wasser (siehe Punkt 1.8) und messe dann erneut dein gefiltertes Wasser. Nun kannst du sehen, ob deine Filtermethode für dein Wasser funktioniert oder ob du dein Filtersystem anpassen musst.

Es gibt verschiedene Möglichkeiten um hartes Wasser weicher zu machen. Je nach Ge- und Verbrauch sind unterschiedliche Lösungen sinnvoll:

 

Tischfilter: Das Hahnenwasser wird zuerst mittels einem Filterkrug gefiltert, bevor es in den Wassertank deiner Maschine kommt.

 

Wasserenthärterbeutel: Diese Filterlösung benötigt eine gewisse Vorlaufzeit. Der Entkalker-Beutel (z.B. Oscar) muss vorgängig in den Wassertank gelegt werden für ca. 12–24 Std. Erst nach dieser Zeit hat der Beutel seine volle Wirkung entfaltet und das Wasser ist bereit für die Espressozubereitung.

 

Ansteck-Filter im Wassertank: Dieser Ansteck-Filter (z.B. Nical) wird mittels einem (bei ECM/PROFITEC mitgelieferten) Schlauch unten im Wassertank an den Adapter angeschlossen. Sobald die Pumpe Wasser aus dem Tank zieht, wird das Wasser direkt gefiltert.

 

Flaschenwasser: Nur wenige Produkte eignen sich dafür. Unsere Empfehlung: Acqua Panna, Volvic.

 

Filterkartusche bei Wasserhahn: Die Filterkartusche wird direkt vor den Wasserhahn angeschlossen. So kann über den Wasserhahn direkt gefiltertes Wasser bezogen werden. Bei den gängigsten Filterkartuschen kann ein Verschnitt eingestellt werden.

 

Siebträgermaschine direkt ans Wassernetz anschliessen: Mittels einer zwischengeschalteten Filterkartusche kann die ausgehende Wasserhärte genau definiert werden. Die Installation sollte durch einen Sanitär durchgeführt werden. (siehe Punkt 3.9). Auch hier kann bei den gängigsten Filterkartuschen ein Verschnitt eingestellt werden.

2. Garantie/Service/Reparatur


Die Hersteller- und Händlergarantie (Bring-in) auf Siebträgermaschinen und Mühlen beträgt ab Kaufdatum zwei Jahre. Bei gewerblicher Nutzung (B2B) beträgt die Garantie ein Jahr. Garantieleistungen werden bei uns in der Werkstatt durch unsere Fachkräfte durchgeführt.

Bei einem Garantiefall rufst du uns am besten an, um einen Reparaturtermin abzumachen.

Selbstverschuldete Schädigung (z.B. Wassertank wurde beschädigt), Defekte durch unsachgemässe Reinigung und Benutzung der Maschine, die Verwendung von zu hartem Wasser, sowie Verschleissteile (z.B. Brühgruppendichtung) fallen nicht unter die Garantieleistung. Defekte, die durch Kalk verursacht wurden, werden nicht durch die Hersteller- und Händlergarantie abgedeckt.

Solange die Siebträgermaschine gepflegt wird, ist ein professioneller Service nur nötig, wenn Probleme oder Defekte auftauchen. Die Abnutzung der Siebträgermaschine ist geprägt durch den individuellen Gebrauch, durch das Reinigungs- und Entkalkungsintervall und die verwendete Wasserqualität. Deshalb können wir keine generelle Empfehlung für einen regelmässigen professionellen Service abgeben.

Unter Punkt 3. Technisches/Problembehebung findest du bereits einige Hinweise. Wenn du die Lösung für dein Problem dort nicht findest, muss deine Siebträgermaschine vermutlich in die Werkstatt. Ruf uns an, um einen Termin abzumachen und dein Problem zu schildern. Bring uns dann die Siebträgermaschine ohne Schachtel, aber mit Tank, Abtropfschale und Siebträgern vor deinem Reparaturtermin in die Werkstatt. Bei der Abgabe der Maschine wird die geschätzte Reparaturdauer bekannt gegeben. Wir sind bestrebt, Reparaturen innerhalb von 5 Arbeitstagen durchzuführen.

Gerne machen wir einen Kostenvoranschlag. Bei Nicht-Durchführung der Reparatur verrechnen wir CHF 120.00 für die angefallene Arbeit.

3. Technisches/Problembehebung


Ursache: Der Brühkopf ist verschmutzt oder die Brühgruppendichtung ist alt und spröde.

Lösung: Reinige Brühkopf und Dichtung gründlich. Falls deine Brühgruppendichtung alt und spröde ist oder kleine Risse hat, solltest du sie ersetzen.

Ursache: In der Regel dichtet die Dichtung nicht mehr sauber und Dampf kann entweichen, welcher kondensiert und aus der Dampflanze tropft.

Lösung: Die Dichtung muss in der Werkstatt ersetzt werden.

Wichtig bei Maschinen mit Drehrädern: Die Drehräder immer nur so fest zudrehen bis kein Dampf mehr aus der Lanze kommt. Wird das Drehrad immer voll auf Anschlag zugedreht, wird die Dichtung beschädigt.

Ursache: Entweder ist die Düse durch Milchrückstände verklebt und verstopft (1). Oder die Dichtung wurde verschnitten durch zu festes Zudrehen des Drehrads und ein Teilchen blockiert die Dampflanze (2).

Lösung: (1) Reinige die Löcher der Düse mit einer Büroklammer und lege sie anschliessend in Dampflanzenreiniger ein. (2) Die Dichtung muss in der Werkstatt ersetzt werden.

 

Ursache: In der Regel dichtet die Dichtung nicht mehr sauber und Wasser tropft aus dem Wasserhahn.

Lösung: Die Dichtung muss in der Werkstatt ersetzt werden.

Wichtig bei Maschinen mit Drehrädern: Die Drehräder immer nur so fest zudrehen bis kein Wasser mehr aus dem Wasserhahn kommt. Wird das Drehrad immer voll auf Anschlag zugedreht, wird die Dichtung beschädigt.

Ursache: Entweder verstopfen Kalkrückstände oder Dichtungsteilchen von verschnittenen Dichtungen den Siebeinsatz des Wasserhahns (Perlator).

Lösung: Schraube den Perlator ab und entferne die Rückstände. Bei Dichtungsteilchen vereinbare einen Termin bei uns in der Werkstatt. Bei Kalkrückständen ist eine Entkalkung der Maschine nötig.

Dies kann je nach Maschinentyp unterschiedliche Ursachen haben. Die zwei häufigsten sind Kalk oder ein undichtes Vakuumventil. Ruf uns an und wir helfen dir gerne weiter.

Das Brühwasser ist zu kalt. Entweder ist die Maschine nicht fertig aufgeheizt (beachte die angegebene Aufheizzeit in der Betriebsanleitung), der Siebträger wurde nicht eingespannt und deshalb nicht aufgeheizt oder die Brühgruppe ist verkalkt und wird nicht mehr richtig warm.

 

Wenn die Brühgruppe nicht mehr heiss wird, ist der Thermosyphon und/oder die Heizung verkalkt. Entkalke deine Siebträgermaschine (siehe Punkt 1.3). Wenn die Brühgruppe dann immer noch nicht heiss wird, muss sie zu uns in die Werkstatt. Ruf uns an um einen Termin abzumachen.

Dies ist je nach Siebträgermaschine unterschiedlich. Bitte kontaktiere uns für weitere Details. Aus Versicherungsgründen empfehlen wir, die Installation durch einen Sanitär durchführen zu lassen.

4. Espressozubereitung


Die Menge an benötigtem Kaffeepulver wird über die Siebgrösse und die Konstruktion der Brühgruppe definiert. Beachte, dass das Kaffeepulver beim Kontakt mit Wasser aufquillt. Es braucht also ca. 3 mm Luft zwischen dem trockenen Kaffeepulver und der Dusche.

Kaffeepulvermenge bestimmen: Kaffee in den Siebträger mahlen, tampen, Dusche mit Lappen trocknen, Siebträger einspannen, keinen Bezug tätigen, wieder ausspannen. Wenn es einen Abdruck der Dusche auf dem Pulver hat, hat es zu viel Pulver im Sieb. Wiederhole den Vorgang mit weniger Pulver bis kein Abdruck mehr sichtbar ist.

Hinweis: Je nach Mahlgrad verändert sich natürlich auch wieder die Menge des benötigten Kaffeepulvers leicht!

Unsere Empfehlung bei ECM, PROFITEC und ROCKET als Richtwert: 1er Sieb 12–13 g, 2er Sieb 18–20 g (Ausnahme: bei der PROFITEC Pro 300 ca. 2–2.5 g mehr Kaffeepulver als Richtwert verwenden)

Hier ein paar Beispiele mit dem 2er-Sieb:

Ristretto: 1:1 Verhältnis, also 18-20 g gemahlener Kaffee = 36–40 g Getränkemenge innerhalb von 20–35 Sekunden

Espresso: 1:2 Verhältnis, also 18–20 g gemahlener Kaffee = 36–40 g Getränkemenge innerhalb von 20–35 Sekunden

Cappuccino: Espresso mit aufgeschäumter Milch (ca. 125 ml Milch)

Café Crème: 1:10 Verhältnis, 12–15 g gemahlener Kaffee = 120–150 g Getränkemenge innerhalb von 25–30 Sekunden

 

Die Extraktionszeit für deinen Espresso wird durch den Mahlgrad bestimmt und gibt so vor, wie schnell oder wie langsam das Brühwasser durch den gemahlenen Kaffee im Siebträger durchfliessen kann. Die Extraktionszeit ist also einer der wichtigsten Parameter für den Geschmack des Espressos.

Grundsätzlich gilt, dass die für das jeweilige Kaffeegetränk definierte Menge an Kaffee (siehe Punkt 4.2) während 20–35 Sekunden extrahiert werden soll (Extraktionszeit = Betätigung des Bezugshebels/Taste, bis die gewünschte Menge an Kaffee in der Tasse ist).

Den richtigen Mahlgrad findest du, indem du folgende Informationen miteinander verbindest: das Wissen über die richtige Pulvermenge, z.B. 18 g (siehe Punkt 4.1), die Getränkemenge definiert hast (z.B. doppelter Espresso 36 g) und eine Durchlaufzeit von 20–35 Sekunden beachtest.

Wenn der Kaffee zu schnell in die Tasse läuft: Dein Kaffee ist zu grob gemahlen, stelle deine Mühle feiner ein.

Wenn der Kaffee zu langsam in die Tasse läuft: Dein Kaffee ist zu fein gemahlen, stelle deine Mühle gröber ein.

Kaffee

Kaffeebohnen: Die Kaffeebohnen treffen deinen Geschmack nicht oder sind von niedriger Qualität.

Die Kaffeebohnen sind zu alt: Verwende die Bohnen ab zwei Wochen bis max. 3 Monate nach Röstdatum.

Falsche Lagerung: Eine luftdichte Verpackung und Lagerung deiner Kaffeebohnen ist wichtig. Damit möglichst wenig Kaffeearomen verloren gehen, solltest du die Kaffeebohnen immer luftdicht verschlossen lagern. Verwende am besten die Originalverpackung, rolle diese von oben zu und verschliesse die Packung mit einer Klammer. Alternativ gibt es luftdichte Behälter.

Falscher Mahlgrad

Dein Mahlgrad bestimmt die Extraktionszeit (Richtwert: 20–35 Sekunden) und damit den Geschmack deines Espressos. Dein Mahlgrad ist nicht richtig eingestellt, wenn Folgendes eintrifft:

sauer und wässerig = zu kurze Extraktionszeit (< 20 Sekunden) = zu grob gemahlen -> Stelle deine Mühle feiner

bitter und verbrannt = zu lange Extraktionszeit (> 35 Sekunden) = zu fein gemahlen -> Stelle deine Mühle gröber

Zu tiefe oder zu hohe Wassertemperatur

Bei einer zu tiefen Wassertemperatur kann dein gebrühter Kaffee zu unerwünschter Säure tendieren.

Ursachen dafür können sein: die Siebträgermaschine ist noch nicht fertig aufgeheizt oder die Temperatursteuerung (PID) ist zu tief eingestellt oder die Brühgruppe/Heizung ist verkalkt (siehe Punkt 3.8).

Bei einer zu hohen Wassertemperatur kann dein gebrühter Kaffee zu unerwünschten Bitternoten tendieren und schmeckt verbrannt.

Ursachen dafür können sein: die Temperatursteuerung (PID) ist zu hoch eingestellt, bei Zweikreisern wurde nicht oder zu kurz geflusht (siehe Punkt 4.6).

Reinigung/Sauberkeit

Wenn deine Siebträgermaschine und deine Mühle verschmutzt sind, beeinflussen die in Maschine und Mühle zurückgebliebenen, ranzigen Kaffeefette den Geschmack deines Espressos. Es ist also wichtig, dass du deine Maschine und Mühle regelmässig reinigst und pflegst (siehe Punkt 1.1)

Bei längeren Standzeiten von Zweikreis-Siebträgermaschinen (Maschine bleibt über längere Zeit eingeschaltet) wird die Brühgruppe mit der Zeit zu heiss und muss deshalb vor dem Kaffeebezug geflusht werden.

Ursache: Entweder ist die Siebträgermaschine noch zu kalt, der Siebträger ist nicht eingespannt oder es wird alter Kaffee vom Vortag verwendet.

Lösung: Beachte die benötigte Aufheizzeit deiner Maschine (Angaben dazu findest du in der Bedienungsanleitung). Spanne den Siebträger beim Aufheizen in deiner Maschine ein, damit dieser komplett aufgeheizt wird. Weiter solltest du die Mühle für ein paar Sekunden ausmahlen (ca. eine halbe Portion), damit frisch gemahlener Kaffee verwendet wird. Kaffeearomen verflüchtigen schnell, was bedeutet, dass der Kaffee in der Mühle vom Vortag bereits einen Grossteil seiner Aromen verloren hat.

 

Wenn dein Kaffeesatz zu wässrig ist, hast du zu wenig Kaffeepulver im Siebträger. Dadurch bleibt im Zwischenraum zwischen Kaffeepulver und Dusche Wasser auf der Kaffeeoberfläche liegen.

Hinweis: Beim 1er-Sieb ist es aufgrund der geometrischen Form nicht möglich, einen kompakten Kaffeesatz zu erhalten!

Das liegt daran, dass deine Kaffeebohnen noch zu frisch sind, d.h. es hat noch zu viel CO2 in den Bohnen. Ausserdem kann der Geschmack von Charge zu Charge variieren, da Kaffee ein Naturprodukt ist. Weiteren Einfluss haben Faktoren wie: nicht richtig eingestellter Mahlgrad, keine gleichmässige Verteilung des Kaffeemehls im Sieb (Channeling), Durchlaufzeit, Temperatur. Wichtig ist dabei, dass du jeweils den Espresso pur vergleichst und nicht z.B. als Cappuccino, da die Milch den Geschmack bedeutend verändert und überdeckt.

5. Mühle


Wenn du den Startknopf deiner Mühle betätigst, sich das Mahlwerk aber nicht dreht, ist deine Mühle wahrscheinlich blockiert. Natürlich gehen wir davon aus, dass deine Mühle mit dem Strom verbunden ist! Versuche die Blockierung zu lösen, indem du den Mahlgrad deutlich gröber stellst bis sich das Mahlwerk wieder dreht (Merke dir vorgängig deine Mahlgradeinstellung!). Sauge dann die Mühle mit dem Staubsauger von oben (Mahlwerk) und unten (Auswurf) aus. Reinige die Mühle mit Mühlenreinigungsmittel und stelle wieder den vorherigen Mahlgrad bei laufendem Motor ein.

Wenn das Problem durch mehrfaches Durchlaufen des oben beschriebenen Vorgangs nicht behoben werden kann, muss die Mühle in der Werkstatt komplett aufgeschraubt und gereinigt werden.

Tipp: Normalerweise bedeutet eine grössere Nummer auf der Mahlgradskala einen gröberen Mahlgrad (siehe Punkt 5.2). Regelmässiges Reinigen der Mühle mit Mühlenreinigungsmittel mindert die Gefahr einer Verstopfung/Blockierung der Mühle. Je dunkler die verwendete Röstung, desto häufiger muss die Mühle gereinigt werden.

Deine Mühle muss regelmässig mit Mühlenreinigungsmittel gereinigt werden, da sich beim Mahlen Kaffeefette in der Mühle ablagern, welche mit der Zeit ranzig werden. Das Mühlenreinigungsmittel mahlst du, genau wie die Kaffeebohnen, durch die Mühle durch und saugst sie nachher mit dem Staubsauger aus.

 

Häufigkeit: 1 x pro Monat oder nach ca. 100 Mahlvorgängen

Die Angabe des Mahlgrades auf der Mühle (Skala) ist oft individuell zu verstehen und ist nicht auf andere Mühlen (auch gleicher Hersteller) übertragbar. Viel wichtiger ist es zu wissen, wieviel sich verändert bzgl. der Extraktionszeit, wenn man den Mahlgrad von bspw. 2 auf 2,5 verändert. Aus diesem Grund können wir keine allgemeingültige Angabe über den richtigen Mahlgrad machen, sondern der richtige Mahlgrad muss immer wieder neu an die verschiedenen Gegebenheiten (z.B. verwendete Bohnen, Luftfeuchtigkeit im Raum) angepasst werden (siehe Punkt 5.3).

Unabhängig davon, ob du auf deiner Mühlenskala auf Stufe 2 oder 9 bist, ist es wichtig, dass die Extraktionszeit (= Kontakt vom heissen Wasser zum gemahlenen Kaffee) während 20–35 Sekunden die gewünschte Menge des gebrühten Kaffees in die Tasse extrahiert. Dann ist der richtige Mahlgrad für einen Espresso gefunden (siehe Punkt 4.4).

Auch wenn immer der gleiche Kaffee benutzt wird, braucht es immer wieder Feinjustierungen der Mühle, um eine gleichbleibende Qualität des Kaffeegetränks in der Tasse zu erhalten. Da Kaffee ein Naturprodukt ist, weisen die Bohnen je nach klimatischen Bedingungen und von Ernte zu Ernte eine andere Dichte auf, was sich direkt auf den Mahlgrad auswirkt.

Ebenso beeinflussen das Raumklima (Temperatur und Luftfeuchtigkeit), sowie leichte Unterschiede in den Röstchargen die Extraktion, was eine Anpassung des Mahlgrades notwendig machen kann. Dies ist normal und gehört zum Handwerk der Kaffeezubereitung dazu. Werden die Kaffeebohnen zu alt, muss ebenfalls der Mahlgrad nachjustiert werden.

 

 

 

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