DIE WERKSTATT

Für Flo ist die Werkstatt weit mehr als nur ein zusätzlicher Kundenservice – sie ist ein zentraler Bestandteil seiner Philosophie. Warum er bewusst auf eine eigene Werkstatt setzt, erklärt er in diesem Beitrag.

Die Werkstatt

Die Werkstatt haben wir bereits leicht im Firmennamen abgewandelt. Das ist kein Zufall, sondern zeigt die hohe Relevanz, die ich ihr beimesse.

Gefühlt werden die Werkstätten in der Schweiz jedoch immer weniger. Ich erkläre mir das einerseits mit den unbestreitbaren Herausforderungen, die eine eigene Werkstatt mit sich bringt. Andererseits erachte ich es aber auch als Pflicht eines Händlers, diesen Service seinen Kunden anzubieten. Leider tun sich insbesondere Onlinehändler damit schwer.

Meine Gründe für eine eigene Werkstatt

Eine eigene Werkstatt aufzubauen, hatte für mich drei hauptsächliche Gründe:

  1. Wir verkaufen technische, hochwertige und hochpreisige Produkte. Ich denke, dass es aus nachhaltiger Sicht sinnvoll ist, solche Produkte möglichst lange zu nutzen. Durch Reparaturen und Service verlängern wir deren Lebensdauer.

  2. Eine eigene Werkstatt verbessert unser technisches Know-how erheblich. Davon profitiert das ganze Unternehmen, insbesondere der Verkauf. Ausserdem können wir so die Qualität der Reparaturen selbst kontrollieren und kontinuierlich verbessern.

  3. Eine eigene Werkstatt ist ein starkes Verkaufsargument. Ich bin überzeugt, dass dies mit ein Grund dafür ist, dass sich Kunden für den Kauf einer Siebträgermaschine bei uns entscheiden.


Über die Jahre haben wir eine beachtliche Anzahl an Siebträgermaschinen (und Kaffeemühlen) verkauft. Diese benötigen früher oder später einen Service oder eine Reparatur.

Das bedeutet, dass absehbar ist, dass die Anzahl der zu reparierenden Maschinen zunehmen wird. Wir benötigen daher eine effiziente und zunehmend leistungsfähige Werkstatt und werden wohl auch die eine oder andere unpopuläre Entscheidung treffen müssen.

Herausforderungen Werkstatt

Ich sehe drei Herausforderungen:

  • Personal
  • Platzbedarf
  • Rentabilität


Die grösste Herausforderung in der Werkstatt besteht darin, geeignetes Personal zu finden.

Da es keine Ausbildung zum Kaffeemaschinen-Mechaniker gibt, müssen wir Mitarbeitende meist selbst ausbilden.

Die Technik einer Siebträgermaschine ist zwar keine Rocket Science, aber dennoch nicht ganz trivial: Es braucht technisches Verständnis und Erfahrung. Zudem wechseln die Modelle mittlerweile relativ häufig, und die Technik wird komplexer – beispielsweise durch Maschinen mit Druckprofilen oder App-Anbindung.

Neben der Herausforderung, geeignetes Personal zu rekrutieren, fehlt es vor allem an Platz. Geeignete Räumlichkeiten (Erdgeschoss, Parkplätze, bezahlbar etc.) in der Stadt Zürich zu finden, ist nicht einfach. Ein Umzug ist zudem mit Aufwand und Kosten verbunden. Deshalb muss ein solcher Schritt gut überlegt und geplant sein.

Der dritte Punkt ist die Rentabilität. Obwohl die Nachfrage hoch ist, wir ausgelastet sind und ich unsere Werkstattrechnungen als fair, aber eher hoch einstufe, bleibt es eine Herausforderung, die Werkstatt rentabel zu betreiben. Dafür gibt es vermutlich verschiedene Gründe:

  1. Die Arbeit ist zeitintensiv und nur begrenzt skalierbar
  2. Die Mieten in der Stadt sind relativ hoch
  3. Faire Löhne verursachen entsprechende Personalkosten

Ich sehe vor allem Möglichkeiten zur Optimierung. Hier zwei Beispiele:

Vor einiger Zeit haben wir ein Online-Terminsystem eingeführt. Das bedeutet, dass Kunden ihren Termin für Service oder Reparatur online buchen können. Dadurch hat sich die Situation in unseren Regalen etwas entspannt, und sowohl für uns als auch für die Kunden wird die Planung einfacher (zum Beispiel bei Ferienabwesenheiten der Mechaniker).

Neu tauschen wir beim Service zusätzlich drei Teile aus, da diese in den Monaten danach relativ häufig Probleme verursacht haben.

Dazu habe ich gemischte Gefühle: Einerseits wird der Service dadurch teurer, und es ist diskutabel, ob es sinnvoll ist, Teile prophylaktisch zu ersetzen. Andererseits ist es für Kunden schwer nachvollziehbar, wenn die Maschine kurz nach einem Service erneut zu uns gebracht werden muss und wir dafür nochmals eine Rechnung stellen – auch wenn wir die Arbeitszeit in solchen Fällen normalerweise nicht verrechnen. Wir werden beobachten, wie sich diese Anpassung in unserer Statistik niederschlägt, und die Situation danach erneut beurteilen.

Zusätzlich kommen wir nicht darum herum, unsere Kapazitäten auszubauen. Deshalb haben wir eine zusätzliche Stelle für unsere Werkstatt ausgeschrieben. Vielleicht bist du ja interessiert oder kennst jemanden?

An dieser Stelle auch ein Dank an Francesco, unseren Werkstattleiter. Er ist die treibende Kraft hinter den Optimierungen und immer für einen italienischen Espresso zu haben.

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